ESSENTIALS

Positionsgröße berechnen: Wie viel darfst du pro Trade wirklich riskieren?

Die meisten Trader stellen vor einem Trade die falsche Frage zuerst. Sie fragen: Wie viele Stück kaufe ich? Oder: Wie viel ist hier drin? Die bessere Frage kommt davor, und sie klingt unspektakulär: Wie viel darf mich dieser Trade kosten, wenn ich falschliege?

Die Positionsgröße ist keine Bauchentscheidung. Sie ist das Ergebnis einer einfachen Rechnung, die du einmal vor dem Einstieg machst und danach nicht mehr verhandelst. Wer sie beherrscht, entscheidet ruhiger, weil das Schlimmste schon feststeht, bevor der erste Tick läuft.

Kerzenchart mit eingezeichneter Einstiegslinie, Stop-Linie und dem Risikobereich dazwischen.

Die falsche Frage zuerst

Wer die Größe aus dem Bauch wählt, lässt sie von der eigenen Überzeugung bestimmen. Ein Trade, von dem man sehr überzeugt ist, wird größer; einer mit Zweifeln kleiner. Das Problem: Überzeugung sagt nichts darüber, ob der Trade aufgeht. Sie sorgt nur dafür, dass gerade die Trades groß sind, bei denen die Emotion am stärksten mitredet.

Die Positionsgröße über das Risiko zu bestimmen dreht das um. Nicht das Gefühl entscheidet, wie viel auf dem Spiel steht, sondern eine feste Regel. Jeder Trade bekommt dasselbe Risiko, unabhängig davon, wie sicher er sich anfühlt.

Die drei Zahlen, die du brauchst

Mehr als drei Zahlen sind es nicht. Steht die erste fest, ergibt sich der Rest fast von allein.

Schema: Risiko pro Trade geteilt durch den Stop-Abstand je Stück ergibt die Positionsgröße.

1. Was darf ich verlieren? Ein fester Anteil deines Kontos pro Trade, zum Beispiel ein Prozent. Bei 10.000 Euro Konto sind das 100 Euro. Diese Zahl legst du vorher fest, nicht im Moment des Einstiegs.

2. Wie weit ist mein Stop? Der Abstand zwischen Einstieg und Stop, gerechnet je Stück oder Einheit. Liegt dein Einstieg bei 104,50 Euro und dein Stop bei 99,50 Euro, sind das fünf Euro je Stück.

3. Wie groß wird die Position? Teile das Risiko durch den Stop-Abstand: 100 Euro geteilt durch fünf Euro je Stück ergibt 20 Stück. Nicht mehr, nicht weniger.

Warum der Stop-Abstand die Größe bestimmt

Der Stop-Abstand ist der Hebel, den viele übersehen. Bei gleichem Risiko erlaubt ein enger Stop eine größere Position, ein weiter Stop erzwingt eine kleinere. Das Risiko in Euro bleibt in beiden Fällen gleich — es verschiebt sich nur, auf wie viele Stück es sich verteilt.

Vergleich zweier Szenarien mit gleichem Risiko: enger Stop ergibt mehr Stück, weiter Stop weniger Stück.

Deshalb legst du zuerst fest, wo der Stop hingehört — dort, wo deine Idee widerlegt wäre! Erst danach rechnest du die Größe. Nie umgekehrt: Den Stop enger zu setzen, nur um mehr Stück handeln zu können, stellt die Reihenfolge auf den Kopf — dann bestimmt der Wunsch nach Größe deinen Stop, nicht der Chart.

Was ein Rechner nicht für dich erledigt

Eine Rechnung ist nur so gut wie die Zahlen, die du hineingibst. Gebühren, Spread und Slippage verringern dein reales Ergebnis und sind hier nicht berücksichtigt. Und die wichtigste Grenze: Die Formel sagt dir, wie groß du einsteigen darfst — nicht, ob du überhaupt einsteigen solltest. Das bleibt deine Entscheidung.

Der eigentliche Gewinn liegt woanders. Wer seine Größe vorher über das Risiko festlegt, muss im Trade nicht mehr verhandeln. Kein Nachjustieren, kein Hoffen, kein Verschieben des Stops, weil die Position zu groß geworden ist. Die ruhige Entscheidung ist schon getroffen, bevor es unbequem wird.

Fang beim Risiko an

Der Positionsgrößen-Rechner nimmt dir die Rechnung ab. Du gibst Kontogröße, Risiko, Einstieg und Stop ein und bekommst die Größe, die dazu passt. Ohne Anmeldung.

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© 2026 Trading Essentials · Keine Anlageberatung, keine Signale.

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